C. Rugosus Versuch 1

Vom Ei bis zum Landeinsiedlerkrebs: Alles rund um die Zucht
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Toffi
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C. Rugosus Versuch 1

Beitrag von Toffi »

Hallihallo! :)

Ich war hier noch nicht so beitragsreich, ersuche nun aber (umso mehr!) eure seelische und fachliche Unterstützung in Sachen Nachzucht. Ich halte zurzeit 5 Coenobita Rugosus und heute Morgen gegen 1:20 hat mein großes grünes Weibchen ("Oska") jede Menge Larven in das Salzwasserbecken entlassen!
Das Starter-Aufzucht-Equipment habe ich schon und so kreiseln jetzt etwa 100 (schwer zu sagen) Rugosuslarven fröhlich im 24h-Sonnenlicht. :D

Ich schreibe fleißig Protokoll und habe auch vor, die einzelnen Larvenstadien zu mikroskopieren. Sofern die Kleinen so lange leben, natürlich. Bisher füttere ich Instant Baby Brine Shrimps und Liquizell. Artemias sind angesetzt. An dieser Stelle direkt die Frage - ich kenne von Dany die Angaben mit dem Futterautomat, nach denen aller 3h etwa eine Prise dekapsulierte Artemia-Eier gefüttert werden? Verstehe ich das richtig, dass die Larven theoretisch diese Artemia-Eier fressen, ohne dass sie zwangsläufig schlüpfen?
Dekaps-Eier habe ich leider noch nicht (die kommen erst am Dienstag an … hoffe das bis dahin mit Handfütterung von Instant Shrimps kompensieren zu können … ), dafür gibt's ab Samstag spätestens aber noch Nanochloropsis. WW erfolgte heute mehrmals am Tag mit Wasser aus dem Elternbecken.
Phew, ist das aufregend.

Ich würde euch gerne auf dem Laufenden halten und bin sehr (!!) dankbar für Tipps und Anregungen!

Viele Grüße bis dahin
Toffi <3
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Dany
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Re: C. Rugosus Versuch 1

Beitrag von Dany »

Liebe Toffi, da bringst du ein wenig durcheinander.
Was du hauptsächlich ansprichst, hat Curlz weitgehend so gemacht.
Dekapsulierte Eier hatte ich mal besorgt, doch die wurden bei mir nicht so gut verwertet.
Am besten gefressen wurden immer echte lebende Artemien, die gerade geschlüpft waren.
Mit einer Zeitschaltuhr hatte ich das mal probiert, jedoch in separate Behälter und nur im 6-Stunden-Rhythmus.
Zuletzt habe ich immer nur einmal pro Tag Artemien angesetzt und wenn sie schlüpften aus dem Behälter per Pipette abgezogen.
Da sie oft versetzt schlüpfen, könnte ich so am Folgetag mehrfach davon verfüttern.
Meist standen bei mir sogar zwei Behälter mit angesetzten Artemien, weil einige erst am zweiten Tag schlüpften.

Curlz hatte einen Futterautomat über dem Aufzuchtkreisel, der alle 2-3 Stunden eine kleine Portion Eier in den Kreisel fallen ließ.
Da ich meine Kreisel einmal pro Tag reinigte, wäre das unnütz, weil die Artemien bis dahin nicht geschlüpft wären.

Dauer-beleuchtet hatte ich meine übrigens nie. Die standen zuletzt immer in Fensternähe auf einem Tisch ohne direkte Sonneneinstrahlung und hatten nur natürliches Licht.
Und da ich meine Larven fast immer nur im Sommer hatte, erübrigte sich bei mir auch eine Heizung, denn in meiner Dachwohnung war es immer so warm, dass das Wasser schon eher zu war wurde (Höchstwert 30°C).
Auf http://landeinsiedlerkrebse.info/pages/ ... n-leks.php kannst du den ersten erfolgreichen Versuch und die ganzen Bedingungen bei mir nochmal nachlesen.
Curlz hat zu ihren Versuchen hier im Forum einen Beitrag, worin viele Links (leider sind nicht mehr alle erreichbar) auf Beiträge oder pdfs stehen: viewtopic.php?f=45&t=4387

Den genau richtigen Weg scheint es eh nicht zu geben. Curlz hat immer nur wenige Tropfen Algen dazu gegeben, ich habe das Wasser mit den Nanochloropsis im Kreisel richtig grün werden lassen, da dass ich die Larven kaum noch sah. Curlz hat ihre Larven beim Reinigen vorsichtig per Pipette abgesaugt, ich habe meine etwas unsanfter mit dem Schlauch abgesaugt und durch ein Artmiensieb abgefangen.
Letztlich hatten wir beide Erfolg.
Das schwierigste ist meines Erachtens der Übergang von der Megalopa bis ans Land. Da fressen sie sich erst gegenseitig und der Landgang ist dann die letzte große Hürde.

Das Wichtigste ist, dass man dran beleibt und es weiter probiert und die Bedingungen ggf. beim nächsten Versuch leicht ändert/anpasst. Insofern ist es gut und wichtig, wenn du protokollierst, was du wann machst und welche Bedingungen herrschen.

Ich drücke auf jeden Fall die Daumen :fingerX: und warte auf weitere Berichte. :buch:
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Re: C. Rugosus Versuch 1

Beitrag von Toffi »

Hallo und danke für die schnelle Antwort, Dany :)
Da hat sich schon so einige Verwirrung gelegt und mittlerweile gibt es auch schon ein bisschen Routine … an der Stelle ist es nachweislich von Nutzen, wenn man von Zuhause studiert und außerdem noch einige Mitbewohner hat, die das Füttern zu unwirtlichen Zeiten übernehmen können. :D

Ich setzte einfach mal ein paar Baby-Bilder in den Anhang.

Über die Megalopa-Geschichte habe ich mir auch einige Gedanken gemacht und bin darauf gekommen, dass man wie so eine netzförmige Eiswürfelform bräuchte … wir haben in der WG einen 3D-Drucker, vielleicht entwickelt da ja jemand Leidenschaften und bastelt etwas derartiges für mich. :)
Trotzdem die Frage: Wie groß ist denn so eine Megalopa und vor allem: von welcher Häuschengröße sprechen wir denn für den Start? Hat da zufällig jemand ein Vergleichsbild mit einer Cent-Münze oder so? Und im besten Fall eine aktuelle Bezugsquelle?

Bis bald und - wieder - danke im Voraus
Toffi

Tag 2 (auf dem Kopf!? Schwimmrichtung normal auf jeden Fall mit dem Popo nach oben!)
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Von heute, Tag 4
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Sie fressen auf jeden Fall gut und werden aufgrund der Zunahme an Nannochloropsis im Wasser weniger sichtbar. Insgesamt sind es bestimmt immer noch so um die 100 Stück.
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Dany
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Re: C. Rugosus Versuch 1

Beitrag von Dany »

Sieht gut aus, die kreiselnden Larven! :super:

Direkte Vergleichsbilder habe ich nicht. Die Minihäuser hatten so in etwa eine Öffnung von 1 mm!!! ( +/- ein paar Zehntel)

Die Megalpha sind so um die 3-5 mm lang, und sehr schmal, was man bei der Hausöffnung nachvollziehen kann.

Wenn ihr was für den 3D-Drucker hinbekommt, so dass die Öffnungen unter 1 mm groß sind, dann könnt das klappen.
Wobei das eher vom Drucker abhängt, als vom Entwurf. Meinem billig-Prusa traue ich das nicht zu, mein renkforce ist das schon feiner. Hmm, der Resindrucker meines Bruders wäre sicher geeignet,... :pfeif:
Falls ihr da was erstellt, dann teilt es bitte hier!
Ich würde das dann auch mal drucken und testen.
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Re: C. Rugosus Versuch 1

Beitrag von Toffi »

Uund wir sind bei Tag 11!
Leider läuft es gerade nicht so gut. Ich habe vor einigen Tagen die Larven gezählt (105) und heute (3 Tage später) sind es nur noch 90, davon 30 eher apathisch. Die zweite Häutung steht eigentlich an und sie sehen auch alle ziemlich grau aus (normalerweise sieht man das Futter im Bauch ganz prima, das ist im Moment schwierig). Mir fällt jetzt zu den Haltungsparametern aber auch nicht so viel ein, dass ich da gezielt etwas ändern würde.

Temperatur ist bei 24°C (konstant), vielleicht hat die Salinität einen Einfluss auf das Hätungsverhalten? Reef Elements ist auf jeden Fall am Start, Liquizell habe ich im Laufe der Zeit auf ein bis zwei Tropfen am Tag reduziert, Nannochloropsis erhöht (12ml + 6ml) am Tag. (Sobald das erste Protokollblatt voll beschrieben ist, lade ich das auch hier hoch.)
Füttere weiterhin fleißig mit ausschließlich frischen Artemia-Larven, die Instant Brine Shrimps sind trotz Kühlschrank leider schlecht geworden. :(

Megalopa-Häuschen haben sich (für alle Fälle) inzwischen gefunden, aus einer Tüte mit kleinem Korallenbruch. :)
An einer Separationslösung für die Larven arbeite ich … in meiner Freizeit, die ist leider momentan bisschen knapp.

Also, um mit etwas Positivem zu enden: 60 topfite Larven in Zoea II!

E: Aufgesalzen. Mal sehen, was der Tag noch so bringt. :wave:
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